40 Jahre nach dem Gau - Three Mile Island stellt Betrieb ein

Als die Aufforderung zur Evakuierung kommt, sitzen die Familien in Harrisburg gerade beim Mittagessen und freuen sich auf das bevorstehende Wochenende. Es ist Freitag, der 30. März 1979. Schon zwei Tage zuvor war es in dem nahe liegenden Atomkraftwerk Three Mile Island im US-Bundesstaat Pennsylvania zu einem Zwischenfall gekommen. Die Bevölkerung erfuhr erst davon, als eine radioaktive Wolke über der Stadt schwebte.

Das Unglück hatte sich am 28. März 1979 im Block 2 ereignet. Damals kam es zu einer teilweisen Kernschmelze, und es traten größere Mengen radioaktive Strahlung aus. Zu einer verheerenden Katastrophe kam es nicht. Etwa 140.000 Menschen flohen aber zeitweise aus der näheren Umgebung der Anlage. Three Mile Island war der erste Atomunfall, der weltweit Aufmerksamkeit erregte. Als Ursache wurden damals unter anderem menschliches und technisches Versagen genannt. Block 2 wurde stillgelegt und versiegelt. Er soll von 2041 an abgebaut werden,Die Reaktoren liegen auf einer Insel im Fluss Susquehanna, zehn Kilometer südöstlich von Harrisburg. Über das Ende des Kraftwerks war seit Langem spekuliert worden. Eigentlich sollte Three Mile Island noch bis zum Jahr 2034 laufen. Die Anlage bringt aber wegen der sinkenden Ölpreise und dem Fracking-Boom seit Jahren kein Geld mehr ein. Andere Atomkraftwerke in den USA stehen vor demselben Problem, was die gesamte Zukunftsfähigkeit der Branche in Frage stellt. Planungen für neue AKW wurden bereits abgebrochen.

Harrisburg Die Anwohner werden aufatmen: Rund 40 Jahre nach dem schweren Unglück in dem US-Atomkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg im Bundesstaat Pennsylvania hat die Anlage ihren Betrieb eingestellt,Wie der Betreiber Exelon am Freitag mitteilte, beginnt nun die Stilllegung des Reaktorblocks 1, der 1974 ans Netz gegangen war. Medienberichten zufolge wird der Rückbau des zuletzt defizitären Werks noch mehrere Jahrzehnte dauern und mehr als eine Milliarde Dollar kosten,Der Betreiber hatte gehofft, das AKW mit staatlicher Hilfe halten zu können. Doch ein Rettungsplan des US-Bundesstaats Pennsylvania kam nicht zustande. Exelon sagte allen 675 Mitarbeitern neue Arbeitsplätze zu.