BLAUE ZAUNGÄSTE

Es war eine Propagandatour: Ende März besuchten der freiheitliche EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky (Foto) und Wiens Vizebürgermeister Dominik Nepp mit der „Kronen Zeitung“ im Schlepptau den Grenzzaun der spanischen Exklave Ceuta – weil dort „gewaltbereite Migranten immer wieder versuchen, auf EU-Gebiet vorzudringen“ (Zitat aus Vilimskys Blog). Dabei absolvierten die Politiker auch Termine mit lokalen Behörden, die offenbar von dem – für die Region zuständigen – österreichischen Verteidigungsattaché in Rom eingefädelt worden waren. „Es kann nicht sein, dass ein Mitarbeiter einer österreichischen Vertretung für eine parteipolitische Aktion eingespannt wird“, kritisiert NEOS-Verteidigungssprecher Douglas Hoyos, der deswegen eine parlamentarische Anfrage eingebracht hat. Das Verteidigungsministerium bestätigt gegenüber profil die Involvierung des Attachés. Allerdings hätten sich die Freiheitlichen nur an eine ohnehin stattfindende Erkundungsreise des Verbindungsoffiziers im Vorfeld eines für Oktober geplanten Ceuta-Besuchs von Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) angehängt: „Die Politiker haben den Attaché begleitet, nicht umgekehrt“, so Ressortsprecher Michael Bauer.