Deutschland knackt 83-Millionen-marke

WIESBADEN. Die Anzahl der Einwohner in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Ende 2018 lebten in der Bundesrepublik 83,0 Millionen Menschen, 227000 (0,3 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden mitteilte. Damit habe die Bevölkerungszahl erstmals die Marke von 83 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern überschritten.

Die Statistiker verzeichneten einerseits einen Wanderungsüberschuss, andererseits ein Geburtendefizit: 2018 zogen den Angaben zufolge 386000 Menschen mehr nach Deutschland als aus Deutschland weg. Gleichzeitig überstieg die Anzahl der Sterbefälle die Anzahl der Geburten um 167000. Insgesamt fiel das Bevölkerungswachstum geringer aus als in den beiden Vorjahren: 2017 stieg die Anzahl der Einwohner um 271000, 2016 um 346000.

Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung erhöhte sich 2018 von 11,7 auf 12,2 Prozent. Am 31. Dezember 2018 lebten rund 72,9 Millionen deutsche und 10,1 Millionen ausländische Staatsbürger in der Bundesrepublik. Allerdings: Deutschlands Bevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten trotz hoher Nettozuwanderung und gestiegener Geburtenzahlen im Durchschnitt immer älter. Bei einer moderaten Entwicklung von Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Nettozuwanderung werde die Bevölkerungszahl bis 2060 in den westdeutschen Flächenländern um vier Prozent und in den ostdeutschen Flächenländern um 18 Prozent abnehmen, hieß es weiter. In den Stadtstaaten werde sie dagegen um zehn Prozent wachsen. Dabei wurden wirtschaftliche Konjunkturprognosen außer Acht gelassen.

Sachsen, Sachsen-anhalt und Thüringen tragen zum neuen Rekord nicht bei. Allein Sachsen verzeichnete Ende des Vorjahres mit knapp 4,1 Millionen Einwohnern rund 0,1 Prozent weniger als Ende 2017. In Thüringen (gut 2,1 Millionen) waren es knapp 0,3 Prozent weniger, in Sachsen-anhalt (2,2 Millionen) gab es sogar ein Minus von 0,7 Prozent.