Die Rezession ist vorerst verschoben

Konjunktur Deutschland Der Earlybird-Frühindikator gibt leicht nach – weil es in den USA und China schlechter läuft.

optimismus sieht anders aus: Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte bei den Finanzchefs großer deutscher Unternehmen erwartet die Mehrheit der Manager in den nächsten zwölf Monaten eine Verschlechterung der Konjunktur. Realwirtschaftliche Indizien dafür gibt es genug.

So hat der Earlybird-Frühindikator, den die Commerzbank exklusiv für die WirtschaftsWoche ermittelt, im April erneut den Rückwärtsgang eingelegt und seine Vormonatsgewinne abgeben müssen. Das Barometer, das einen Vorlauf gegenüber der Realwirtschaft von sechs bis neun Monaten hat, sank auf 0,30 Punkte (siehe Grafik). Der Indikator erfasst den Außenwert des Euro, die kurzfristigen Realzinsen sowie (als Messgröße für die Lage der Weltwirtschaft) einen Welteinkaufsmanagerindex, in den die Indizes der USA, des Euro-Raums ohne Deutschland und Chinas eingehen.

Grund für den Rückgang war vor allem der nur noch schlappe Rückenwind durch der Weltwirtschaft. So gaben die Einkaufsmanagerindizes in den USA und China im April gleichermaßen nach. Der etwas bessere Wert im Euro-Raum konnte dies nicht kompensieren. Zudem wertete der Euro im April auf, was die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure verschlechterte. Gleichwohl drohe „Deutschlands Wirtschaft keine ausgeprägte Rezession“, schreiben die CommerzbankÖkonomen. Der Frühindikator liege weiter klar über der Nulllinie. Vor vergangenen Rezessionen in Deutschland war der Earlybird stets in den negativen Bereich abgesackt.

Ein Signal für eine baldige Belebung der Konjunktur sendet der Indikator allerdings auch nicht aus, bereits seit Herbst bewegt er sich mehr oder weniger seitwärts. Die Wirtschaft werde vor diesem Hintergrund „im zweiten Quartal allenfalls leicht zulegen“, so die Commerzbank-Analysten.