DREI FRAGEN ZUM THEMA WIE WIRD DER SOMMER 2019?

Herr Plöger, kürzlich sorgte die Meldung für Aufregung, wir stünden vor einem neuen Dürresommer. Was sagen Sie?
Die Aufregung war künstlich, weil eine Meldung des Deutschen Wetterdienstes verkürzt wiedergegeben wurde. Sie lautete in Wahrheit: Wenn der Sommer 2019 wieder so würde wie 2018, würde es noch unangenehmer, weil wir die Trockenheit aus 2018 und aus dem viel zu trockenen April mitnähmen. Alles im Konjunktiv. Kein Mensch kann heute sagen, wie der Sommer wird.

Wie weit können Sie vorausschauen?
Eine Vorhersage für drei Tage ist sehr gut, für sieben Tage möglich, für 14 Tage lässt sich noch etwas über den Temperaturtrend sagen. An Vorhersagen für eine ganze Jahreszeit wird gearbeitet. Die Atmosphäre ist aber so komplex, dass das derzeit völlig unmöglich ist und vielleicht immer bleiben wird.

Vor einigen Tagen fiel Schnee – im Mai! Ein Gegenindiz zum Klimawandel? Wetter ist nicht Klima und damit ein kalter Tag in Deutschland kein Widerspruch zur globalen Erwärmung eines Jahrhunderts. Wir bemerken den Klimawandel eindeutig, weil das arktische Eis zurückgeht. Der Jetstream wird schwächer, Hochs und Tiefs ziehen langsamer. Deshalb ändert sich unser Wetter stark, wir erleben Extreme wie die Dürre im Sommer oder den vielen Schnee im Januar.