Ein Spiel, 20 Verfahren gegen Hooligans

Das Fussballspiel zwischen dem FC Basel und dem FC Luzern vom 19.Mai beschäftigt die Justiz weiterhin. Dies, weil Zürcher Gewalttouristen nach dem Match, in den ihre Klubs FCZ und GC gar nicht involviert waren, Basel-Anhänger attackierten. Inzwischen hat die Basler Staatsanwaltschaft 20 Personen ausgemacht, die an den gewalttätigen Auseinandersetzungen mitwirkten, wie Medienchef Peter Gill sagt.

7 Hooligans waren am 22.Juni festgenommen und in Untersuchungshaft gesetzt worden. Im Juli hätten 13 weitere mutmassliche Täter aus dem Umfeld des FC Basel und des FC Zürich identifiziert werden können, gibt Gill bekannt. Sie seien jedoch nicht verhaftet worden. Dennoch drohen ihnen Strafen wegen Angriffen, Raufhandels und Körperverletzungen sowie Sachbeschädigungen. Dieser Taten werden die Fussballfans verdächtigt.

Die 7 Beschuldigten, die vorübergehend in Untersuchungshaft sassen, wurden vorletzte Woche nach rund 20 Tagen entlassen. «Es lag kein Haftgrund mehr vor. Die Verfahren werden jedoch weitergeführt», betont Gill. Von den gesamthaft 20 Identifizierten seien drei Viertel FCZ Anhänger, ein Viertel sei den FCBasel- Fans zuzurechnen.

Die Auseinandersetzung der rivalisierenden Fangruppen hatte sich am 19.Mai in einem Quartier in Stadionnähe zugetragen. Mehrere Personen wurden verletzt, und es kam zu Sachbeschädigungen. Einige Dutzend Hooligans aus dem Umfeld der Zürcher Klubs FCZ und GC waren mit Autos nach Basel gefahren, offensichtlich, um Streit mit Anhängern des FCB zu suchen.

Bilder von Anwohnern zeigen, dass die Zürcher die Basler lange nach Ende des Fussballspiels angriffen. Die Angereisten waren teilweise in T-Shirts mit der Aufschrift ZKH gekleidet. Die Buchstaben stehen für «Zürichs kranke Horde», einen Zusammenschluss aus FCZ- und GC-Hooligans. Als die Basler zur Gegenattacke ansetzten – sie hatten inzwischen Verstärkung von Mitstreitern erhalten –, versuchten die Zürcher, zu ihren Autos zu gelangen und zu flüchten. Einige wurden auf dem Weg zu ihren Fahrzeugen niedergetreten. Mit Absperrgittern bewarfen die Basler die wegfahrenden Widersacher.

Diese waren aus mehreren Kantonen angereist. So musste die Basler Staatsanwaltschaft Rechtshilfeersuchen an verschiedene Behörden stellen, um Tatverdächtige in anderen Kantonen festnehmen zu lassen. Am Samstag hat die neue Fussballsaison der Schweizer Super League begonnen. Doch die alte ist – zumindest für die Justiz – noch längst nicht abgearbeitet.