Externe Berater für die »Gorch Fock«

Ministerium gibt bis zu 300 000 Euro für die Expertise einer Hamburger Agentur aus.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will weitere Pannen bei der Instandsetzung des Segelschulschiffs »Gorch Fock« durch externe Berater verhindern. Am 24. Juni genehmigte sie, dass Spezialisten von der Hamburger Agentur »Marine Service« die Bauleitung des Marinearsenals bei den weiteren Arbeiten an der »Gorch Fock« beraten sollen. Die Firma ist laut ihrer Website eines der »weltweit führenden maritimen Beratungsunternehmen«.

Für die Expertise von außen sind gemäß der vertraulichen Vorlage aus dem Ministerium bis Ende 2019 bis zu 300000 Euro vorgesehen. Das Geld kommt demnach nicht aus dem Budget für die »Gorch Fock«-Arbeiten, sondern dem Etat für Materialerhaltung der Marine. Von der Leyen hat trotz der Pannenserie Ende Juni entschieden, die Arbeiten am Dreimaster fortzusetzen. Allerdings ordnete sie an, dass der Kostenrahmen von 135 Millionen Euro nicht überschritten werden darf. Laut der Vorlage liegt das Budget für die Instandsetzung zwar rund ein Drittel über dem seriösen Angebot einer Firma, die für 100 Millionen Euro ein neues Segelschulschiff bauen würde. Die Beamten weisen allerdings darauf hin, dass die Bundeswehr beim Abbruch der Arbeiten die bereits investierten 80 Millionen Euro verlieren würde. Das Projekt sei technisch »beherrschbar« und könne bis Ende 2020 abgeschlossen werden, schreiben sie.

Nicht erwähnt werden neue Probleme. So streitet man sich mit einem Unterauftragnehmer, der seit Wochen die Heraus – gabe der drei neu angefertigten Masten verweigert. Man suche intensiv nach einer Lösung, heißt es im Ministerium.