Nachfolge von Theresa May: Boris Johnson gilt als Favorit

LONDON (ap) Die britische Premierministerin Theresa May zieht die Konsequenz aus dem Widerstand gegen ihren mit der EU ausgehandelten Brexit-Deal und tritt zurück. Sie werde am 7. Juni als Parteichefin abtreten, teilte sie am Freitag mit. Als Premierministerin werde sie so lange geschäftsführend im Amt bleiben, bis ihre konservative Partei intern die Nachfolge geregelt habe. Das kann mehrere Wochen dauern.

„Mir ist so klar wie vor drei Jahren, dass in einer Demokratie, wenn man den Menschen die Wahl lässt, man die Pflicht hat, umzusetzen, was sie entscheiden“, sagte sie zum Brexit-Referendum, in dem am 23. Juni 2016 der Austritt aus der EU beschlossen wurde. Das führte zum Rücktritt des damaligen konservativen Premierministers David Cameron. May wurde seine Nachfolgerin und erklärte es zu ihrer wichtigsten politischen Aufgabe, den Brexit umzusetzen.„Ich habe mein Bestes gegeben, das zu tun“, sagte sie. „Aber nun ist mir klar, dass ein neuer Premierminister im besten Interesse des Landes ist.“Als aussichtsreichster Kandidat für ihre Nachfolge gilt der Brexit-Hardliner und ehemalige Außenminister Boris Johnson. Der twitterte: „Danke für Ihren stoischen Dienst für unser Land und die Konservative Partei. Es ist nun an der Zeit, ihrem Drängen zu folgen: Kommt zusammen und liefert den Brexit.“