Regierung schont Häuslebauer und Eigentümer

Ein Entwurf von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zum Gebäude – energiegesetz erspart Bauherren mehr Aufwand für den Klimaschutz. Der Entwurf sieht entgegen der Erwartung vieler Umweltschützer keine höheren Standards für die Isolierung und Beheizung von Neubauten vor. Auch will Altmaier keine verpflichtenden Energiesparmaßnahmen für die bestehenden Wohn- und Gewerbeimmo – bilien. »Eine weitere Steigerung der Bau- und damit auch der Wohnkosten wollen wir unbedingt vermeiden«, erklärt der CDU-Politiker. »Wohnen muss bezahlbar sein.« Damit sich Mieter und Kaufinteressierte darüber informieren können, wie klimafreundlich eine Immobilie ist, muss künftig in den Energieausweisen auch deren CO²-Ausstoß angegeben werden. Eigentümer, die auf ihrem Grundstück Solarenergie gewinnen, werden zudem bessergestellt als bisher. Werden in einem Neubau – gebiet Wärme und Strom zentral gewonnen, so soll sich dies künftig noch stärker positiv auf die Energiebilanz der Gebäude auswirken. Der Chef der Deutschen Unternehmensinitiative Energie – effizienz, Christian Noll, vermisst im Entwurf Anreize für die Sanierung von Altbauten sowie die Kontrollpflicht, ob Gebäude die im Energieausweis ausgewiesenen Werte tatsächlich erreichen. Noll: »Ähnlich wie in Schweden könnte die Regierung anordnen, dass nach Fertig – stellung des Hauses der tatsächliche Energieverbrauch gemessen wird.« Derzeit reicht in Energieausweisen lediglich ein errechneter Wert, der vom echten Heizbedarf einer Wohnung abweichen und neue Mieter böse überraschen kann.