Resistenter Pilz: Neue Fälle in Spitälern in Zürich und in der Ostschweiz

Der Pilz Candida auris wird gefürchtet, weil er leicht übertragbar und gegen mehrere Medikamente resistent ist. Weltweit hat er in Spitälern zu Todesfällen geführt. Nun erreicht der Keim die Deutschschweiz. «Am Universitätsspital Zürich trat 2018 ein Fall von Candida auris auf», bestätigt Hugo Sax, Leiter der Spitalhygiene. Dass der Patient den Keim auf sich trug, wurde beim Eintritt nicht festgestellt, sondern erst später bei einer Routineuntersuchung. Der Vorfall lief glimpflich ab: Es kam weder zu einer Infektion noch zu Übertragungen auf andere Patienten.

Candida auris wurde zudem im Frühling 2019 in einem kleineren Spital in der Ostschweiz festgestellt. Dies bestätigt Andreas Widmer, Präsident des Nationalen Zentrums für Infektionsprävention. «Ein Patient erlitt eine Infektion. Candida auris wurde erst danach als Ursache erkannt», sagt er. Da die Ärzte nicht wussten, womit sie es zu tun hatten, hätte es zu einer Übertragung kommen können. Das blieb zum Glück aus. Wie es dem Patienten heute geht, ist nicht bekannt.

Beim Bundesamt für Gesundheit ging man fälschlicherweise von einem einzigen Fall aus. In Genf war 2017 eine Frau nach einer Infektion gestorben. «Wir sehen keine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit», hält das Bundesamt fest. Infektiologe Widmer fordert ein landesweites Screening. Spitäler sollten systematisch Abstriche machen, um nach dem Keim zu suchen.