Streit um Sicherheit

Am Freitag muss der Bundesrat über schärfere Sicherheitsstandards bei bestimmten gentechnischen Arbeiten entscheiden. Vorab gibt es Streit um die Empfehlungen der Agrar- und Umweltausschüsse zur Novelle der entsprechenden Sicherheitsverordnung. In einem Schreiben, das dem SPIEGEL vorliegt, meldet Hermann Onko Aeikens, Staats – sekretär im CDU-geführten Bundes – landwirtschaftsministerium »fachliche Bedenken« gegen die Empfehlungen an. Ihnen zufolge sollen Experimente mit »Gene-Drive-Organismen« einer höheren Labor-Sicherheitsstufe unterliegen, als die Regierung vorsieht. Der Bund möchte den Tagesordnungspunkt ver – tagen. Eine höhere Sicherheitsstufe dürfte Mehraufwand für Gene-Drive- Experimente bedeuten. Mit der Methode wird das Erbgut von Organismen so verändert, dass sie bestimmte Erbinformationen an sämtliche Nachkommen weitergeben. Damit könnten ganze Popula – tionen etwa von Malaria- oder Gelb – fiebermücken aus gelöscht werden – indem zum Beispiel weibliche Exemplare unfrucht bar gemacht werden. »Die bisher geltenden Regeln können nicht zuverlässig verhindern, dass solche Ausrottungsorganismen in die Umwelt gelangen «, warnt Harald Ebner, Gentechnikexperte der Grünen. Es sei »erschreckend, dass dem Minis terium vordergründige Interessen der Biotech- Industrie offenbar wichtiger sind als der Schutz des Ökosystems«.