UN rufen Iran und USA zu Zurückhaltung auf

Russland unterstützt die Darstellung Teherans, wonach sich die am vergangenen Donnerstag abgeschossene US-Drohne im iranischen Luftraum befunden habe.

New York. Im Konflikt zwischen den USA und Iran hat der UN-Sicherheitsrat zu größter Zurückhaltung aufgerufen. »Die Mitglieder des Rats fordern alle betroffenen Parteien und alle Länder in der Region dazu auf, maximale Zurückhaltung zu üben und Maßnahmen und Handlungen zu unternehmen, die Eskalation und Spannungen reduzieren«, sagte Kuwaits UN-Botschafter Mansur al-Otaibi am Montag (Ortszeit) nach einer von den USA erbetenen Sondersitzung des Sicherheitsrats in New York.

Die USA und Iran hatten sich bei den Vereinten Nationen erneut mit Schuldzuweisungen überzogen. Irans UN-Botschafter verurteilte die neuen US-Sanktionen scharf. Die USA hätten einen »Wirtschaftskrieg« und »wirtschaftlichen Terrorismus« gegen die iranische Bevölkerung begonnen, sagte Majid Takht Ravanchi vor Journalisten in New York. USPräsident Donald Trump hatte zuvor neue Sanktionen verhängt, die den obersten Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, sowie Außenminister Mohamed Dschawad Sarif ins Visier nehmen.

Die seit Monaten andauernden Spannungen zwischen Iran und den USA hatten sich Ende vergangener Woche gefährlich zugespitzt. Iran hatte am Donnerstag eine Aufklärungsdrohne abgeschossen, die nach Angaben aus Teheran den Luftraum des Landes verletzt hatte. Nach US-Angaben flog das unbemannte Fluggerät dagegen in internationalem Luftraum.

Russland stellte sich am Dienstag hinter Iran. Es gebe Beweise, dass die Amerikaner den iranischen Luftraum verletzt hätten, sagte der russische Sicherheitsberater Nikolai Patruschew bei einem Treffen mit seinen Kollegen aus den USA und Israel in Jerusalem. Die USA bereiteten nach dem Abschuss einen Gegenschlag vor, den Trump jedoch noch stoppte.

Die USA legten dem Sicherheitsrat Informationen zu mehreren Angriffen auf Tanker im Mai und Juni vor. Diese zeigten nach Angaben des stellvertretenden amerikanischen UN-Botschafters Jonathan Cohen, dass Iran an den Attacken schuld sei.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien riefen in einer gemeinsamen Erklärung auf, den Dialog zu suchen. Man sei zutiefst besorgt über die Spannungen im Golf, die zu einer weiteren Eskalation führen könnten, hieß es in der Erklärung, die von Deutschlands UN-Botschafter Christoph Heusgen vorgelesen wurde.

Derweil bekräftigte Iran am Dienstag seine Warnung, ab Anfang Juli weitere Bestimmungen des internationalen Atomabkommens nicht länger einzuhalten. Iran habe genug von der »Unverschämtheit« der Europäer, die ihn zur Einhaltung des Vereinbarung drängten, ohne ihren Teil zu erfüllen, erklärte der Vorsitzende von Irans Nationalem Sicherheitsrat. Das Verhandlungsangebot der USA wies Teheran nach den verhängten neuen Sanktionen als unglaubwürdig zurück.