Untersuchung gegen Spaniens Altkönig

Spaniens Justiz ermittelt gegen den früheren König Juan Carlos – dabei geht es
auch um ein Schweizer Konto.

Die Monarchie in Spanien gerät nach Korruptionsvorwürfen gegen Altkönig Juan Carlos in die Defensive. Zu diesem Schluss sind am Samstag Kommentatoren der Medien in Madrid gekommen. Anlass waren die am Tag zuvor bekannt gewordenen Ermittlungen der Justiz gegen den 80-jährigen Monarchen. Er wird in einer durchgesickerten Tonaufnahme von seiner früheren Freundin Corinna zu Sayn-Wittgenstein verdächtiger Geschäfte beschuldigt. Unter anderem soll Juan Carlos 80 Millionen Euro Provision von Saudiarabien angenommen und auf ein Schweizer Konto überwiesen haben, das auf den Namen der Adligen lief.

«Wir haben ja schon ein Mitglied des Königshauses im Gefängnis », schrieb dazu süffisant die Digitalzeitung «Cuarto Poder». Das Blatt spielte damit auf den im Juni wegen Geldwäsche und anderer Vergehen verurteilten Schwiegersohn Iñaki Urdangarin an. Auch Juan Carlos selbst empörte gegen Ende seiner fast 39-jährigen Regentschaft mit Eskapaden. Dazu gehörte eine Elefantensafari im Jahr 2012, während Spanien in einer Wirtschaftskrise steckte. Auch darum dankte der König 2014 ab, zugunsten seines Sohnes Felipe.

Ob die Monarchie damit gerettet ist, wird sich zeigen. Denn zur Ermittlung der Justiz könnte bald auch noch ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss kommen. Ein solcher wurde zwar bisher von der sozialistischen Regierung abgelehnt. Laut der Zeitung «El Mundo» überlegt man es sich aber inzwischen nochmals.