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Bafin hatte früh Hinweise auf Missstände

Im Skandal um den insolventen Abrechnungsdienstleister der Apotheken, AvP, gerät die Finanzaufsicht Bafin in die Kritik. Die Behörde war frühzeitig über mögliche Missstände im Unternehmen informiert. AvP ist das größte private Abrechnungszentrum für Apotheken und hatte im September Insolvenz angemeldet. Von der Pleite betroffen sind rund 3100 Kunden. Viele dieser Apotheken fürchten um ihre Existenz. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen Beschuldigte der AvP, sie sollen Vermögenswerte beiseitegeschafft haben. Aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion geht hervor, dass die Bafin bereits am 26.November 2019 einen ersten anonymen Hinweis »auf mögliche Defizite in der Rechnungslegung der AvP« erhalten habe. Dieser sehr un - bestimmte Hinweis sei am 14. Ja nuar 2020 konkretisiert worden, die Bafin sei dem dann »unverzüglich nach gegan gen«. Sie habe im Februar mit dem Wirtschafts - prüfer von AvP und Ende März mit der zu ständigen Staatsanwaltschaft Kontakt aufgenommen. FDP-Gesundheits experte Wieland Schinnenburg kritisiert, die Be - hörde habe im September zu spät einen Auszahlungsstopp angeordnet: »Die Bafin hat bei der AvP-Insolvenz als Aufsichts - behörde versagt.« Die AvP-Pleite und die Rolle der Bafin müssten »parlamentarisch umfassend aufgearbeitet werden«. Die Bafin hat nun Hinweise erhalten, dass es auch bei anderen Apothekenabrechnungsstellen Unregelmäßigkeiten gegeben habe. »Die Bafin nimmt diese Hinweise ernst und geht ihnen nach«, heißt es. COS, MHS
 

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