AUSBLICK 2021


 Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden sich bis weit ins nächste Jahr erstrecken. Damit dürfte die Bereitschaft für neue Börsengänge vorerst limitiert bleiben. Einige Kandidaten dürften dennoch den Gang an die Börse wagen.

Ein detaillierter Ausblick auf das IPO-Jahr 2021 fällt schwer. „Aufgrund der Unsicherheiten, die derzeit vor allem von der Coronakrise ausgehen, ist eine entsprechende Prognose momentan seriös kaum möglich“, sagt Tobias Basse von der NORD/LB. „Dafür ist das Börsenumfeld einfach zu wichtig für Börsengänge“, so der Aktienstratege weiter. Die besonders relevanten Risiken für die Finanzmärkte seien extrem schwierig zu beurteilen.

Erheblicher Anlagedruck „Unsicherheit ist Gift für einen erfolgreichen IPO“, stimmt Warburg-Kapitalmarkt- Experte Matthias Rode zu. „Sollten sich die Unsicherheitsfaktoren wie die Corona- Pandemie oder die Gestaltung des Brexits auflösen, würden auch die Vorzeichen für erfolgreiche Börsengänge wieder besser werden.“ Rode sieht dabei durchaus einige spannende deutsche Unternehmen, die er mit seinem Team zu einem passenden Zeitpunkt „gern auf das Börsenparkett begleiten möchte“. Auch für Jens Hecht von Kirchhoff Consult ist die Corona-Pandemie das Zünglein an der Waage. Der Experte rechnet aber auch 2021 mit weiteren Börsengängen. „Einige Unternehmen haben den Börsengang wegen Corona verschoben und andere benötigen Kapital für die nächste Wachstumsphase. Dazu kommt, dass Investoren einen erheblichen Anlagedruck haben.“ AUSBLICK 2021 „Insbesondere stark aufgestellte Unternehmen können die Gelegenheit nutzen, unter anderem ihre Marktwahrnehmung frühzeitig zu steigern, um in unmittelbarer Folge ihre Strategien schnell und erfolgreich umzusetzen“, ergänzt Mike Kühnel, von Bain & Company. Aus seiner Sicht ebenfalls im Fokus: Unternehmen, die sich zunehmend als Pandemie-Gewinner profilieren und die aktuelle Situation als Chance verstehen könnten. „Mit der Zulassung von Impfstoffen gegen Covid-19 wird sich im nächsten Jahr die Lage an den Kapitalmärkten entspannen“, setzt Holger Clemens Hinz von der Quirin Privatbank auf eine Entspannung der Lage. „Weitere Hilfspakete der Regierungen sind zu erwarten, womit genügend Liquidität für Neuemissionen verfügbar sein wird. Realistisch erscheint uns aktuell, dass 2021 deutlich über zehn Unternehmen an die Börse kommen werden“, legt sich der Leiter Emissionen (Aktien) fest.

Entspannung der Lage Der IPO-Motor stottert und dürfte auch im kommenden Jahr noch nicht wieder richtig rund laufen. Fakt ist aber: Es gibt eine Reihe von Gründen, warum Gesellschaften auch in einem Umfeld wie dem aktuellen den Gang an die Börse wagen. Wie viele es am Ende im kommenden Jahr genau werden, ist schwierig zu prognostizieren. In der nebenstehenden Tabelle findet sich eine Auswahl an potenziellen Kandidaten.

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