GOLDENER ANLEGERLIEBLING


 Was für ein Horrormonat für Gold und damit auch für die Gold-Aktien. Knapp sechs Prozent gab der Goldpreis im November nach. Und die Minen-Aktien gerieten noch deutlich stärker unter Druck. Ist die Rallye damit vorbei? Die meisten Analysten sehen den nahenden Impfstoff als Belastungsfaktor für den Goldpreis. Doch die eigentlichen Treiber bleiben bestehen: Die Verschuldung steigt, die Geldmenge ebenso und die Notenbanken werden vorerst vieles tun, aber sicher nicht die Zinsen erhöhen. Und vom Horizont grüßt ein altes Schreckgespenst: die Inflation. Nein, die Rallye dürfte nicht vorbei sein. Sie hat nur pausiert – und so wie jeder Trend bei Gold wurde auch dieser ins Extreme ausgedehnt.

Doch der Abverkauf im November hat Schaden hinterlassen. Schaden vor allem bei den Aktien der Goldproduzenten. Sah es zunächst danach aus, also könnte die Aktie des weltweit zweitgrößten Goldproduzenten Barrick Gold die Unterstützung bei 34,50 Kanadische Dollar verteidigen, rutschte Barrick Gold Mitte November unter diese Unterstützung und die Anschlussverkäufe drückten den Kurs bis in den Bereich von 30 Kanadische Dollar. Der tiefste Stand seit April.

Operativ ist das Ganze kaum nachvollziehbar. Barrick Gold feuert derzeit aus allen Zylindern. Der Free Cash Flow summierte sich im dritten Quartal auf 1,3 Milliarden Dollar. Ein Rekordquartal. Doch Halt! Aus allen Zylindern stimmt nicht ganz. Einer stottert, beziehungsweise steht sogar still. Porgera, die Mine in Papua-Neuguinea, produziert aktuell kein Gold. Die Streitigkeiten mit der dortigen Regierung halten an und Barrick konnte sich noch nicht auf eine Verlängerung der Minenlizenz und einen Re-Start der Mine verständigen. Doch damit fehlen rund 200.000 Unzen von insgesamt 4,5 Millionen Unzen, die der Konzern jährlich produziert. Ärgerlich, aber kein Beinbruch. Beim aktuellen Goldpreis wird der einst beinahe überschuldete Konzern im kommenden Jahr netto schuldenfrei sein – und das gibt Barrick jede Menge finanziellen Spielraum für potenzielle Zukäufe.

Deutlich überzogener Abverkauf Die Aktie von Barrick Gold vollzog – wie der gesamte Sektor – zuletzt eine Kapitulationsbewegung. Doch operativ läuft es ausgezeichnet. Barrick ist zu einer Cashmaschine geworden. Der Abverkauf ist ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.

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