Jedes Jahr besser und wertvoller

der aktionär: Herr Zahn, Sie sind nun schon zwölf Jahre CEO der Deutsche Wohnen. Was treibt Sie täglich an, was wollen Sie noch erreichen? michael zahn: Die Deutsche Wohnen ist ein fester Bestandteil meiner Lebensgeschichte. Ich bin stolz auf das, was wir als Team in den vergangenen Jahren erreicht haben. Es gibt aber einige große Herausforderungen, die wir noch meistern müssen – wie etwa sozialverträglichen Klimaschutz oder Urbanisierung. Unser Ziel ist es, die Deutsche Wohnen jedes Jahr besser und wertvoller zu machen. Wir wollen nachhaltigen Wert schaffen für unsere Mieter, die Gesellschaft und die Aktionäre der Deutsche Wohnen. Hierzu möchte ich aktiv beitragen.

Apropos Klimaschutz. Die Deutsche Wohnen hat einen Vorschlag unterbreitet, wie Deutschlands Gebäudesektor klimaneutral gemacht werden kann. Geht das mit den Interessen der Investoren konform? Selbstverständlich. Erfreulicherweise gewinnt das Thema Nachhaltigkeit auch am Kapitalmarkt zunehmend an Bedeutung und ist inzwischen nicht mehr wegzudenken. So fordert der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock zu Recht eine nachhaltige Geschäftspolitik. Als Branche haben wir im Bereich Nachhaltigkeit eine besondere Verantwortung. Schließlich steht der Gebäudesektor für ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland. Bei der Deutsche Wohnen verstehen wir es daher als unsere soziale Pflicht und Verantwortung, dass unsere Wohnungen und Quartiere den Bedürfnissen künftiger Generationen entsprechen. Unser Vorschlag zeigt auf, wie wir bis 2050 Klimaneutralität im Gebäudesektor erreichen können. Damit das gelingt, müssen Staat, Vermieter und Mieter an einem Strang ziehen.

Der Mietendeckel in Berlin ist ein anderes großes Thema. Wie ist da Ihre Prognose? Der Mietendeckel hat entgegen den Plänen der Politik zu einer Verknappung im Angebot und damit zu einer weiteren Anspannung auf dem Wohnungsmarkt geführt. Investoren sind nach München oder Brandenburg abgewandert. Für den Berliner Wohnungsmarkt ist diese Entwicklung langfristig von Nachteil. Sollte der Mietendeckel im ersten Halbjahr 2021 jedoch gekippt werden, wäre das mit Blick auf die Investitionen in Berlin sicherlich hilfreich.

Für was wollen Sie Ihr Geld künftig ausgeben? Wir werden weiter in den Wohnungsneubau investieren, wobei unser Fokus auf Metropolregionen, Qualität und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Die Deutsche Wohnen hat 15.000 Wohnungen in der Planung – und ich denke, dass noch weitere dazukommen werden. Außerdem sehe ich im Bereich der Pflegeimmobilien noch viel Wachstumspotenzial. Hier haben wir ebenfalls konkrete Planungen für Neubaumaßnahmen in der Schublade. Noch leistet der Pflegebereich einen Beitrag von elf Prozent zum EBITDA. Langfristig streben wir 15 Prozent an.

Für 2019 hatte die Deutsche Wohnen die Dividende zugunsten eines Corona-Hilfsfonds gekürzt. Auf was dürfen sich die Aktionäre im kommenden Jahr einstellen? Es gibt keinen Grund, die Dividende erneut zu kürzen. Wir streben an, zu unserer bewährten Dividendenpolitik zurückzukehren und 65 Prozent der FFO I (Funds from Operations vor Verkaufserlösen, Anm. d. Red.) an unsere Aktionäre auszuschütten. Der Corona-Hilfsfonds bleibt davon unberührt. Wenn Mieter aufgrund der Pandemie in Zahlungsschwierigkeiten geraten sollten, werden wir ihnen helfen.

 

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