NEUES HAUS FÜR DIE MAUS

Im September 2000 hatte die Videoverleihkette Blockbuster die Chance, Netflix für 50 Millionen Dollar zu kaufen, doch Firmenchef John Antioco lehnte ab. 20 Jahre später ist Blockbuster längst pleite und Netflix mit 200 Millionen Abonnenten und einer Marktkapitalisierung von 213 Milliarden Dollar fast so wertvoll wie Disney. 

Das Problem von Netflix: Das Abonnentenwachstum flachte zuletzt ab und Konkurrenten wie Youtube und Disney+ beißen mit Billigangeboten Marktanteile aus dem Streaming-Riesen. Netflix-Boss Reed Hastings dürfte die Entwicklung zunehmend nerven, weshalb er die Übernahme von Disney erwägt. Die Vorteile liegen auf der Hand. Mit dem Kauf erhält er Zugriff auf Disneys superbe Produktionsstudios und den immens lukrativen Superhelden- Katalog von Marvel (unter anderem Captain America, Iron Man et cetera). Begeistert ist Hastings zudem von der Idee, die Exklusivrechte am Star-Wars-Franchise in die Finger zu kriegen. Spin-offs wie „The Mandalorian“ sind Zuschauermagneten und trieben die Abonnentenzahlen für Disney+ zuletzt auf 74 Millionen. Bei Disneys Aktionären stießen die Übernahmepläne wohl auf offene Ohren, dann wäre Schluss mit der Mager-Performance. Disney hat seit 2017 nur 437 Prozent. Eine Finanzierung wäre ein Kraftakt, sicher, jedoch könnte Hastings Disneys Vergnügungsparks (Umsatz 2019: 26 Milliarden Dollar) nach einem Deal ausgliedern und an der Börse platzieren.

 

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