WACHSTUM ZAHLT SICH AUS


 Die Payment-Branche boomt – doch Corona ist nicht der einzige Faktor, der bei Adyen, Paypal und Square auch 2021 für Rückenwind sorgen könnte.

Die Trends hin zum Onlineshopping und zum bargeldlosen Bezahlen sind nicht neu – haben sich während der Corona-Pandemie aber massiv beschleunigt. Aus Angst vor Ansteckung oder wegen Geschäftsschließungen bleiben viele Verbraucher lieber zu Hause und bestellen online. Und wer sich doch in einen Laden wagt, wird angehalten, möglichst bargeldund kontaktlos zu bezahlen. Selbst an Marktständen und in kleinen Bäckereien kann inzwischen mit Karte bezahlt werden – hierzulande bis vor Kurzem quasi noch undenkbar! E-Commerce- und Payment- Trends hätten sich in den letzten drei Monaten so schnell weiterentwickelt wie zuvor in drei bis fünf Jahren, stellte Paypal-CEO Dan Schulman bereits im Mai fest. Sein Unternehmen ist einer der großen Profiteure dieser Entwicklung – aber bei Weitem nicht der einzige in der Payment-Branche.

Adyen: Lachender Gewinner? Seit der spektakulären Pleite von Wirecard ist Adyen die große Nummer 1 in der europäischen Payment-Branche – und dürfte als solche sogar einen verstärkten Zustrom früherer Wirecard-Kunden verzeichnet haben. Hinzu kommen die strukturellen Wachstumstrends, von denen Adyen dank des „Unified-Commerce“-Ansatzes besonders profitieren dürfte, sowie ein vergleichsweise niedriges Exposure im von der Pandemie besonders gebeutelten Reise- und Freizeitsektor. Einer Fortsetzung des Aufwärtstrends steht somit nichts im Weg.

Paypal: Neuer Mega-Markt Beschleunigte Payment-Trends haben Paypal im Jahr 2020 Rekordquartale beschert – auch, weil das Unternehmen zügig auf die wachsende Nachfrage nach innovativen Lösungen wie einer Funktion zur Zahlung per QR-Code-Scan reagiert hat. Für einen Paukenschlag hat Paypal aber Ende Oktober gesorgt, als eine Funktion zum Kaufen und Aufbewahren von Bitcoin und anderen Kryptowährungen angekündigt wurde. Nutzer in den USA können über Paypal bereits seit November Bitcoin über die Paypal-App kaufen und aufbewahren. Anfang 2021 soll die Funktion auch international verfügbar sein. Dann sollen die Nutzer auch bei rund 26 Millionen Händlern mit Kryptowährungen bezahlen können. Paypal stößt damit die Tür zu einem neuen Mega-Markt auf, der in den kommenden Jahren sogar noch an Bedeutung gewinnen wird. Dass die Nachfrage nach einfachen Möglichkeiten zur Teilnahme am Kryptomarkt riesig ist, zeigt der Erfolg des Rivalen Square: Dessen Finanz-App „Cash“ hat dank Bitcoin-Trading-Feature zuletzt Umsatzzuwächse jenseits von 500 Prozent verzeichnet.

Square: Enorme Wachstumsfantasie Die „Cash“-App ist der Wachstumstreiber bei Square, nicht nur dank des Bitcoin- Booms. Doch auch das Händlergeschäft dürfte spätestens dann wieder richtig Fahrt aufnehmen, wenn dank eines Corona- Impfstoffs wieder Normalität einkehrt und die Menschen wieder unbeschwert Läden, Cafés und Veranstaltungen besuchen können. Zusätzliche Impulse könnte außerdem eine geografische Expansion liefern. Im Händlergeschäft deckt Square bislang nur eine Handvoll Märkte ab, „Cash“ ist sogar nur in den USA verfügbar – kommt dort aber ganz hervorragend an. Ein Roll-out in weiteren Ländern ist zwar mit regulatorischen Hürden verbunden, könnte aber ungeahntes Wachstumspotenzial freisetzen.

Für jeden Geschmack etwas Für den aktionär ist Paypal der Favorit im Payment-Sektor. Die Aktie punktet mit hervorragenden Wachstumsaussichten und ist dabei vergleichsweise moderat bewertet. Bei Adyen und Square sind die Aussichten für 2021 ebenfalls bullenstark. Wegen der sportlichen Bewertung eignen sich die Aktien aber eher für mutige Anleger.

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